schulRAUMkultur

schulRAUMkultur umfasst Schulkultur und Baukultur. schulRAUMkultur steht für einen kooperativen Spirit von Prozessen in der Schulraumproduktion. Die Art des Umgangs miteinander und mit den Dingen ist Grundlage für die Gestimmtheit des Prozesses. Dieser wiederum prägt unabdingbar das ›Produkt‹, den Schulraum. Schulraum kann Leben, Lernen und Lehren in Schulen fördern und unterstützen. Ob das geschieht, entscheidet sich ganz am Anfang – eben auch bei der Frage, wie wir miteinander und den Dingen umgehen …

schulRAUMkultur ist ein Bereich für Forschung und Lehre an der Studienrichtung Architektur an der Kunstuniversität Linz, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Aspekte der Entstehung von Schulraum zu beleuchten. Gegründet wurde schulRAUMkultur im Jahr 2011 von Architekt Michael Zinner im November 2012 mit dem Symposium ›schulRAUMkultur‹ in Linz als ›Kick-Off‹. Im Oktober 2016 promovierte Zinner mit seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Arbeit ›Schulen bilden‹ an der Kunstuniversität Linz.

Die Organisation der Schulbau-Planung ist nach wie vor top-down organisiert und wirtschaftlich-technisch ausgerichtet – und darüber hinaus auch überreglementiert. Noch immer stehen in der Projektentwicklung von Schulbauten meist ausschließlich Fragen nach der Klassenanzahl und dem Wärmedämmwert im Zentrum von Denken und Wirken. In den Atmosphären unserer Schulgebäude sehen und spüren wir die Folgen: ›Anstalt‹ kommt am Ende raus, wenn anfangs lediglich Zahlen in den Köpfen vorherrschen. Jahr für Jahr sind hunderte gebaute, erweiterte oder sanierte ›Anstalten‹ entsprechend trauriges Ergebnis. Agenden wie Putzbarkeit, Haltbarkeit, Verschließbarkeit und Sicherheit sind neben Baukosten und Betriebskosten die dominanten Entscheidungskriterien für Lösungen, die das Gewohnte fortschreiben.

Für schulRAUMkultur heißt Nachhaltigkeit, unser Denken und Handeln nicht nur langfristig, sondern auch inhaltlich auszurichten. Lebendigkeit der Schulkultur, Beschaffenheit des Bestandsbaus, Stimmung in der Gemeindepolitik, Verfassung der Region … all diese Aspekte sollten in einer ausgewogen reflektierten und kultivierten Lösung Platz finden. Denn heute ist jeder Standort eine spezifische Aufgabe angesichts seines ihm eigenen Kontextes. Einfache Patentrezepte erschöpfen sich daher früher als vielen von uns lieb ist. Anders gesagt: Vielfalt und Standards müssen neu in Beziehung gebracht werden. Deswegen erhält das Gespräch im 21.Jahrhundert zunehmend Bedeutung. Komplexe Situationen und Verfassungen werden wir nicht per Verordnung, Norm oder Übermacht lösen, sondern im Gespräch. Wenn wir also miteinander reden und uns zuhören, legen wir einen Grundstein für Nachhaltigkeit.

schulRAUMkultur sucht das konkrete Projekt. In Kooperation mit dem Architekturbüro ›nonconform‹ und dem Ingenieurbüro ›Laubreiter‹ entwickeln wir den Prozess der Schulraumproduktion von Projekt zu Projekt weiter. Dabei sind wir auf Offenheit im Bereich der Schulen, der Verwaltung und der Planung angewiesen. Die artikulierten Sorgen von Menschen aus Schulen als auch das anwachsende Interesse aus der Verwaltung auf Landes-, Stadt- und Gemeindeebene bestätigt unsere Annahme, dass es heute vor allem ums Handeln geht. Der Neurobiologe Gerald Hüther prägte dazu folgenden Satz: »Wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Handlungsdefizit«.

Unsere Themenkreise sind: Schulraum – Schulkultur – Raumkultur – Baukultur – Gesprächskultur – Baukulturvermittlung – Raumwahrnehmung – Raumaneignung – Ermächtigung – Partizipation – Kooperation – nonconform ideenwerkstatt – Moderation – Interaktion – Learning by Doing