beteiligungsprozess
architekurwettbewerb
Ein Symposium zu Widersprüchen und Wandlungen

Danke

schulRAUMkultur als PULS+ Multiplier Event

22.–23. Oktober 2018
OÖ Kulturquartier, Linz

Wir bedanken uns bei all jenen, die zum Gelingen des Symposium beigetragen haben:

• beim OeAD und bei movetia für die Begleitung im Bildungsprojekt
• bei den Partner·innen im Bildungsprojekt PULS+
• bei den Förder·innen und Sponsor·innen für ihre tatkräftige Unterstützung
• bei den Personen aus dem Verbund PULS für ihr choreografisches Mitwirken
• bei den Moderator·innen für ihr professionelles Umsetzen unserer gewagten Idee
• bei den Posiumsgästen für ihren Mut, sich auf unser Experiment einzulassen
• beim Publikum für das engagierte Mitwirken in den Redaktionen unserer erfundenen Medien
• bei den Studierenden der architektur für die unsichtbare und elegante Unterstützung
• bei uns selbst für den Geist und die Kraft, das alles zu koordinieren (Antonia Forster, Michael Zinner)

Wir arbeiten an einer reflektierten Dokumentation, die das Geschehen und die Ergebnisse der Veranstaltung auf dieser Website verfügbar machtund bitten um Geduld.

WIDERSPRÜCHE IN, MIT UND UM EUROPA

Persönlich wie als Gemeinschaften begleiten uns täglich viele widersprüchliche Phänomene: Europas Städte und Ballungszentren wachsen, viele ländliche Regionen hingegen kämpfen mit wirtschaftlicher und kultureller Ausdünnung; die Vielfalt der Kulturen und Werte in der Bevölkerung steigt, andererseits erleben wir Tendenzen von Ghettobildung bzw. Entmischung; sämtliche Lebensbereiche sind von Digitalisierung durchdrungen, doch benötigt die Entwicklung unseres Gehirns sinnliche Erfahrung; wir sind beinahe besessen vom Fortschrittsglauben, und erleben uns mehr und mehr im rasenden Stillstand; unsere Individualität ist uns allen uneingeschränkt wichtig, allerdings gelingt nicht jeder·m ein authentisches eigenständiges Leben.

WIDERSPRÜCHE IN, MIT UND UM SCHULRAUM

Im Umgang mit Schule und Schulraum sehen wir ebenfalls widersprüchliche Phänomene: Agenden der Erziehung sind nach wie vor nicht erste Intention von Schule, wachsen aber kontinuierlich in Schule hinein, dies im Hinblick auf zeitliche Phänomene (Ganztag) wie auch örtliche Kontexte (Stadtteilschule). Schulstandorte galten lange als „selbstverständlich“, mittlerweile geraten sie in einen gewollten wie ungewollten Wettbewerb, dies in Sorge um höhere schulische Leistung und/oder andere pädagogische Haltung (Privatschulen) wie auch aus sozialräumlichen Motiven (Brennpunktschulen). Auch die Streuung von Schulen war lange nicht Gegenstand von Wettbewerb, doch werden kleine Schulen und/oder Schulen am Land reflexhaft wie sukzessive geschlossen bzw. zusammengelegt, meist eben aus Gründen auch ökonomischer Schulerhaltung (Bildungszentren) bzw. auch ökonomischer Schulorganisation (Schulcluster). Schulbau will nach wie vor gut überlegt sein, doch „müssen“ Europas Städte wie rasend bauen, dies in klug ökonomischen Gesamtpaketen (Campusprogramme) und möglichst kontrollierbar normiert (Schulhausrezepte). Schulbauverfahren sollten als Akt der hoheitlichen Verwaltung einfacher ablaufen, doch erleben Agierende hier einen Anstieg an Schwierigkeiten, weil mehr und mehr Ansprüche berücksichtigt sein wollen (Interessensvielfalt) oder weil wir Verantwortung in immer genauere Regeln und Regulierungen auslagern (Normendichte).

WANDLUNGEN

Widersprüche können wir als Problem oder als Chance verstehen. Widersprüche können Ergebnis wie auch Grundlage unseres Handelns sein. Partizipation wird beispielsweise widersprüchlich erlebt. Für die einen sind Beteiligungsprozesse eine Lösung, für andere eine weitere Komplizierung im Verfahren eines Architekturwettbewerbs. Es folgt ein zähes Ringen. Wenn wir Widersprüche als gegeben akzeptieren und sie als Entwicklungschance begreifen, können wir verändert hinblicken. Dazu werden die beiden zu Schulraumentwicklung forschenden Professor·innen Michael Zinner (A) und Beate Weyland (I) ihre Gedanken vertiefen. Sie blicken auf Motive und Qualitäten von Kooperation und Konkurrenz hin und „zurück“. Und sie stellen eine Gretchen-Frage aus der Zukunft: Werden sich unsere heutigen „Verfahren der Schulraumproduktion“ in „Prozesse der Schulraumentwicklung“ gewandelt haben?